wiesmannconsult

Schulmanagement

Blog

anzeigen:  Gesamt / Zusammenfassung

Das Geld ist da - und jetzt?

Gepostet am 4. März 2019 um 6:35 Comments Kommentare (0)

Jetzt rollt der Rubel. Seit 20 Jahren wurde in der Politik über Sinn und Zweck der Digitalisierung gestritten und nun sind sich – mal wieder mit Ausnahme der AfD - alle Parteien einig:

In Zeiten des zweiten deutschen Wirtschaftswunders muss das Geld in die Schulen und damit in unsere Zukunft als innovative Bildungsnation. So weit, so gut. Jetzt bekommt als ein Beispiel NRW eine gute Milliarde Euro spendiert und jede Schule einen stattlichen Betrag und alle Schulleitungen sollten glücklich sein. Sind sie aber nicht. Und warum nicht?

Es wird jetzt für das neue Schuljahr neue Hardware eingekauft von Smartboards (eigentlich auch schon wieder Brückentechnologie) über Tablets bis Schulverwaltungs-Softwares. Die Mathematik- und Informatiklehrer sind euphorisch und jede Fachschaft wird beglückt. Da gibt es nur ein kleines Problem: Die meisten Schülerinnen und Schüler der Generation You Tube können immer noch besser damit arbeiten als die Lehrkräfte und nur Pauker mit Persönlichkeit gehen souverän damit um, dass sie hier Lücken haben.

Und das Know-how der Lehrerinnen und Lehrer ist keineswegs gekoppelt an das jeweilige Lebensalter. Das wäre doch zu einfach. Ich habe viele junge Lehrerinnen und Lehrer sowie Referendare erlebt, die gerade einmal ihre Mails abrufen konnten und völlig überfordert waren schon mit dem Starten eines DVD-Rekorders oder eines Smartboards. Und beim Vorführen von werbelastigen Online-Videos nicht wussten, dass sie schulrechtlich regelmäßig Verstöße gegen das Werbeverbot in Schulen begehen. Sprechen wir mal nicht von Unterrichtsvorbereitung und Unterricht.

Gleiches gilt beim Schulmanagement. Lieber nicht mit Schulverwaltungsprogrammen arbeiten, sondern umständlich und ineffizient mit analogen Klassenbüchern, vergilbten Schulbüchern und Fehlzeitenmanagement sowie Old School Konferenzen, in denen ¾ der Inhalte eigentlich gar nicht dorthin gehören und alle paar Monate mal eine Powerpoint-Präsentation an die Wand geworden wird als Form moderner Konferenzführung. Und dann wundern sich Schulleiter, wenn Kolleginnen und Kollegen buchstäblich in der Konferenz einschlafen und von besserer Schule träumen.

Und dann gibt es noch den Typ Lehrerinnen und Lehrer, die Hardware völlig überbewerten und Lerneffekte vermuten, die es aber nicht gibt und allerhöchstens von der Bertelsmann Stiftung vermutet werden.

Entfernen wir uns einmal von der Debatte, ob das Geld nicht sinnvoller für die Schulgebäudesanierung und eine leistungsorientierte Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern ausgegeben werden sollte und davon, ob hier diverse Politiker mit dem Geldbeutel auf Stimmenfang gehen: Digitale Schule 5.0 soll Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulleitungen helfen, sich auf das Wesentliche ihres Jobs zu konzentrieren. Nicht mehr und nicht weniger. Und was ist das eigentlich?

Bei der Organisation des Unterrichts, bei der Lernstoff-Erschließung, beim Überblick über die Stärken und Schwächen ihrer Schüler und der Beurteilung sowie Förderung.

So bleibt Zeit für den Kern unserer für beide Seiten Sinn stiftenden Arbeit: für Fragen, für Antworten, für Gespräche und die Offenheit, im Bereich Digitalisierung auch von unseren Schülern zu lernen. Und im Zeitalter der Trumpisierung und Smartphoneritis für eine Persönlichkeitsentwicklung, die Kinder stark macht und nicht zum Mitläufertum und Mainstream erzieht.


Es bleibt schwierig: Privatschulen in Deutschland

Gepostet am 15. Februar 2019 um 5:30 Comments Kommentare (0)

InNRW ist ein interessanter Trend erkennbar. Die als reine Privatschulen gegründeten Bildungsträger wechseln oft zum Ersatzschulträger-Status. Sie nehmen die staatlich engere Schulaufsicht in Kauf und bekommen dafür 87 % der Personalkosten vom Land NRW refinanziert. Auf den ersten Blick ein gutes Geschäft. Es bedeutet aber immer Co-Management mit der Bezirksregierung und dem Schulministerium. Darüber muss man sich im klaren sein. Die reinen Privatschulen mit Schulgeldern von 500 EUR plus pro Monat stehen in NRW vor einem Dilemma. Das über Jahrzehnte sozialdemokratisch regierte Land präferierte Privatschulen nicht unbedingt und Eltern schauen sich erst einmal die guten öffentlichen Schulen an und dann müssen Privatschulen schon klar erkennbare Differenzierungsmerkmale und Qualitäten aufweisen, um im Wettbewerb zu bestehen. Hier sind Schulmanagement, Qualitätsmanagement und Schulmarketing auf dem Prüfstand.

Digitaler Pakt

Gepostet am 10. Februar 2019 um 8:35 Comments Kommentare (0)

Schulleitungen haben offensichtlich noch nicht genug zu tun. Nach SCHILD, WebUNTIS, LUPO & Co. sollen Schulen nun so schnell wie möglich digitalisiert werden. Die meisten maroden Gebäude stammen zwar aus den 1970er Jahren und die meisten Schulleiter sind schon froh, wenn sie einige Smartboards in ihren Klassen haben, aber nun sollen Tabletklassen entstehen und Schülerinnen und Schüler mit VR-Brillen im Unterricht sitzen. Wenn ein Haus gebaut wird, sollte man mit dem Keller beginnen und nicht mit dem Dach. Eine alte Zimmermanns-Weisheit.


Rss_feed